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Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf

Struktur im Studiendschungel

Wie finde ich das passende Studium? Mittelschülerinnen und -schüler verlieren sich oft im grossen Angebot der Hochschulen. Lehrpersonen können sie bei dieser wichtigen Suche unterstützen.

Studienberaterin Doris Schiesser im Informationszentrum von ask! in Baden

Wenn der Entscheid gefallen ist, fühlt man sich häufig erleichtert und auch ein bisschen stolz. Doch der Weg dorthin ist nur selten geradlinig. «Welches Studium passt zu mir?», heisst die Frage, die Mittelschülerinnen und -schüler ab der 3. Klasse bis zur Matur umtreibt. Nebst den Klassikern wie Medizin, Maschinenbau oder Wirtschaft gilt es ein riesiges, auch unbekanntes Angebot zu erkunden. Lebensmitteltechnologie, Raumplanung an der Fachhochschule, Gender Studies klingen auch spannend!

Gespräche helfen

Ausgangspunkt für die Suche nach dem richtigen Studiengang ist eine Auseinandersetzung mit sich selbst: Was mache ich wirklich gerne und gut? Wie sehen mich meine Eltern, meine Kolleginnen, meine Freunde? «Zu Beginn sind Gespräche sehr wichtig», sagt Dr. oec. Doris Schiesser, Studienberaterin der ask! – Beratungsdienste für Ausbildung und Beruf. Man muss in Bewegung sein, die Fühler in alle Richtungen ausstrecken, offen sein für verschiedene Inputs.

Kein wildes Herumgoogeln

Self-Assessments oder Tests können in dieser Anfangsphase helfen. Aber allzu häufig werden diese nur durchgeklickt und nicht reflektiert, weiss Schiesser. Idealerweise bespricht man Testresultate mit einer Fachperson, welche die Resultate auch einordnen kann, sagt die Studienberaterin. Die nächste schwierige Aufgabe liegt darin, sich im Info-Dschungel nicht zu verlieren. Für Doris Schiesser ist klar: «Es braucht Struktur! Ein gezieltes, systematisches Vorgehen statt wildes Herumgoogeln!» Hierbei können Lehrpersonen unterstützend wirken, denn die gezielte Informationssuche via relevante Informationsquellen lassen sich gut in der Klasse üben.

Wichtige Rolle der Lehrpersonen

Die Vielfalt an interessanten Studiengängen muss im nächsten Schritt eingegrenzt werden. Dann beginnt die konkrete Vertiefung: Informationstage und Probevorlesungen besuchen, Menschen kennenlernen, die dieses Studium absolvieren oder bereits im Berufsleben stehen. Lehrpersonen sind dabei häufig hilfreich als Vermittler von ehemaligen Schülerinnen und Schülern oder Berufstätigen. Lehrerinnen und Lehrer spielen generell eine wichtige Rolle bei der Studienwahl: Sie können Auskunft geben über das Studium im eigenen Fachgebiet – was bedeutet «Geschichte studieren» im Vergleich zum Fach «Geschichte» an der Kanti? –, sie können Rückmeldung geben zu Potenzial und Stärken und bei Bedarf auch auf die Möglichkeit einer Studienberatung hinweisen. Dabei haben sie eine spezielle Position, weil sie die Jugendlichen gut kennen, aber im Gegensatz zur Familie neutral sind und keine Interessen vertreten oder Druck ausüben («Meine Tochter soll Ärztin werden und meine Praxis übernehmen»).

Entscheidung selbst treffen

Und wann weiss man, dass man bereit ist für eine Entscheidung? «Wenn der Kopf und der Bauch übereinstimmen», sagt die Studienberaterin. Aber auch: «Erst wenn ich die Entscheidung getroffen und umgesetzt habe, weiss ich, ob es die richtige war!» Delegieren kann man die eigene Erfahrung nicht, weder an die Eltern, an die Studienberaterin noch an den Lehrer. «Darum geht es schliesslich», sagt Schiesser, «die jungen Erwachsenen müssen eine wichtige Entscheidung selbst treffen und machen damit einen grossen Schritt Richtung Erwachsenenleben.» 

Studienmesse digital

Live-Stream statt Messe, Samstag, 31. Oktober, 11.00 bis 15.00 Uhr: Impuls-Referate thematisieren die relevanten Fragen der Studienwahl, zum Beispiel «Uni oder Fachhochschule?», «Wie entscheide ich?», «Alternativen zum Studium» und so weiter. Ergänzend beantworten Experten individuelle Fragen im Live-Chat.

Alle weiteren Informationen und über 50 Bildungsinstitutionen auf einen Blick: www.beratungsdienste.ch/studienmesse 

Angebote von ask! für Mittelschul-Lehrpersonen: «Studienwahlfahrplan» unter www.beratungsdienste.ch/berufswahlstudienwahl/studienwahl-kantonsschulen.

 

 

Text: Susanna Häberlin, Leiterin Kommunikation, Mitglied der Geschäftsleitung

Foto: Andrina Sarott, Fachspezialistin Kommunikation 

 

Artikel verfasst für das Schulblatt AG/SO, Ausgabe 17/2020